Stadtwerke Ditzingen gegründet

OB: "Großes Ereignis für Ditzingen"

Die Stadt Ditzingen bei Stuttgart hat nun eigene Stadtwerke. Anfang der Woche setzten die Partner, die Stadt Ditzingen und die KommunalPartner Beteiligungsgesellschaft, ihre Unterschriften unter den Gründungsvertrag. Die Stadt ist mit 74 Prozent, KommunalPartner mit 26 Prozent an dem neuen Unternehmen beteiligt.

Für Oberbürgermeister Michael Makurath ist es eine wichtige Weichenstellung für Ditzingen: „Wir nehmen die Energieversorgung in die eigene Hand. Das bedeutet große Verantwortung, aber auch enorme Chancen für unsere Stadt.“ Mit den eigenen Stadtwerken biete Ditzingen seinen Bürgerinnen und Bürgern eine echten Mehrwert: „Wir streben attraktive Energiepreise an, mehr ökologische Energieerzeugung und einen sehr guten Bürgerservice“, steckt der OB die Ziele ab. Mit dem Service machen die Stadtwerke übrigens schnell ernst: Noch im Oktober soll das neue Kundenbüro in den ehemaligen Räumen der Stuttgarter Volksbank in der Ditzinger Marktstraße 2 eröffnet werden.

Doch nicht nur der einzelne Bürger soll profitieren, sondern die Stadt an sich: Schließlich könne die Stadt über eigene Stadtwerke erheblich mehr Einfluss auf die Energieversorgung nehmen – zum Beispiel bei der Erschließung von Baugebieten oder bei der Erzeugung von erneuerbarer Energie. „Die Energienetze als wichtiger Teil kommunaler Infrastruktur gehören wie die Wasserversorgung in kommunale Hände“, so Makurath. „Auch der Aspekt der Nachhaltigkeit spielt in unseren Überlegungen eine wichtige Rolle. Hier hat uns die Entwicklung der letzten Monate mit dem Ausstieg aus der Kernkraft in unserem Anliegen noch bestätigt. Und noch dazu schaffen wir vor Ort neue, qualifizierte Arbeitsplätze und Wertschöpfung, die uns vorher so nicht zu Gute kam.“ Denn bisher seien die Gewinne aus der Energieversorgung in die Konzernzentrale der EnBW abgeflossen.

Geschäftsführer der neuen Gesellschaft sind Stadtkämmerer Frank Feil und Rainer Kübler, Geschäftsführer der Stadtwerke Bietigheim-Bissingen. Das energiewirtschaftliche Know-How bringt KommunalPartner in die Stadtwerke Ditzingen ein. „Wir wissen, wie man Stadtwerke gründet und von Beginn an erfolgreich macht“, erklärt KommunalPartner-Geschäftsführer Torsten Schwarz selbstbewusst. Schließlich sind die Gesellschafter von KommunalPartner sechs unabhängige badenwürttembergische Stadtwerke, die alle zu 100 Prozent in kommunaler Hand sind – darunter auch die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen. Ziel von KommunalPartner ist es, neue Stadtwerke zu gründen und bestehende zu unterstützen. „Dabei sind wir immer auf Augenhöhe mit unseren Partnern“, versichert Schwarz. Die kommunale Ausrichtung des Partners war ein wichtiger Punkt bei der Auswahl, bestätigt OB Makurath.

Neue Stadtwerke haben derzeit Konjunktur. So entstehen in Hamburg und Stuttgart kommunale Energieversorger neu. Aber auch kleinere Städten gründen derzeit neue Stadtwerke. So hat KommunalPartner bereits vor zwei Jahren in Südbaden die Stadtwerke MüllheimStaufen aus der Taufe gehoben, die jetzt im zweiten vollen Geschäftsjahr gutes Geld verdienen. „Ditzingen kann etwas ganz Eigenes schaffen und dabei auf erfolgreiche Modelle aufbauen“, macht Schwarz klar.

Schon in den nächsten Wochen werden die Stadtwerke Ditzingen nun Gestalt annehmen. Möglichst schnell will man Strom und Gas für die eigenen Bürger anbieten und so möglichst viele Kunden gewinnen. Die Details will man nun bereits in den nächsten Wochen ausarbeiten. Doch Feil verrät bereits: „Es soll für die Bürger preislich attraktiv sein – und wir setzen sehr stark auf Energie aus regenerativen Quellen.“ Spätestens ab Oktober können die Ditzinger dann bei ihren eigenen Stadtwerken Kunden werden, verspricht Feil.

Auch OB Makurath ist zuversichtlich, dass die Bürgerinnen und Bürger ein leistungsfähiges, kommunales Stadtwerk vor Ort als Ansprechpartner schätzen werden. „Wir möchten mit den Stadtwerken auch das Wir-Gefühl in Ditzingen stärken“, so der OB. Schließlich solle das Unternehmen für die Bürger da sein.