StrohgäuWasser: Abwassergebühren

Abwassergebühren

Gesplittete Abwassergebühren

Aufgrund des Urteils vom 11.03.2010 des Verwaltungsgerichts Baden-Württemberg 2S2938/08 ist die Stadt Ditzingen verpflichtet, eine getrennte Abwassergebühr für Schmutz- und Niederschlagswasser einzuführen.

Die bisher einheitliche Abwassergebühr, die sowohl die Kosten der Schmutzwasserbehandlung wie auch die Kosten für die Beseitigung des Niederschlagswassers von Dachflächen, Einfahrten usw. abdeckt, wurde durch Beschluss des Gemeinderates der Stadt Ditzingen zum 01.01.2010 rückwirkend in eine Schmutzwasser- und eine Niederschlagswassergebühr aufgeteilt. Mit der Niederschlagswassergebühr wird keine neue oder zusätzliche Gebühr erhoben, es wird lediglich die bestehende Gebühr, entsprechend der tatsächlichen Inanspruchnahme der Abwasserbeseitigungs- und Abwasserbehandlungsanlagen, verursachergerecht aufgeteilt.

Für die zukünftige Schmutzwassergebühr, welche niedriger sein wird als die bisherige Abwassergebühr, wird weiterhin der Frischwasserverbrauch zu Grunde gelegt.

Bemessungsgrundlage für die Niederschlagswassergebühr ist die Größe und der Versiegelungsgrad (Wasserdurchlässigkeit) der Flächen Ihres Grundstücks, über die Niederschlagswasser in die öffentlichen Abwasseranlagen eingeleitet wird. Die Höhe der neuen Schmutz- und Niederschlagswassergebühren belaufen sich aktuell auf:

Jahr 2009

Schmutzwassergebühr
2,11 EUR/m³

Niederschlagswassergebühr nicht eingeführt

Jahr 2010

Schmutzwassergebühr
1,83 EUR/m³

Niederschlagswassergebühr
0,30 EUR/m²

Jahr 2011

Schmutzwassergebühr
1,90 EUR/m³

Niederschlagswassergebühr
0,26 EUR/m²

Jahr 2012

Schmutzwassergebühr
1,82 EUR/m3

Niederschlagswassergebühr
0,35 EUR/m2

Bemessungsgrundlage der Niederschlagswassergebühr

Bemessungsgrundlage für die Niederschlagswassergebühr sind die überbauten und befestigten (versiegelten) Flächen, in Abhängigkeit ihrer Oberflächenbeschaffenheit, des an die öffentliche Abwasserbeseitigung angeschlossenen Grundstücks,  von denen Niederschlagswasser unmittelbar oder mittelbar den öffentlichen Abwasseranlagen zugeführt wird.

Als abflussrelevante Fläche gilt die Grundstücksfläche multipliziert mit einem Grundstücksabflussbeiwert. Der Grundstücksabflussbeiwert stellt einen Mittelwert dar, der im Wesentlichen auf der Gebäudegröße und einem an der Bebauungsart orientierten Befestigungsanteil beruht.

Maßgebend für die Flächenberechnung ist der Zustand zu Beginn des Veranlagungszeitraums; bei erstmaliger Entstehung der Gebührenpflicht der Zustand zum Zeitpunkt des Beginns des Benutzungsverhältnisses.

Die Abflussfaktoren werden unter Berücksichtigung des Grades der Wasserdurchlässigkeit und der Verdunstung der verschiedenen Grundstücksoberflächen wie folgt festgesetzt und zur Bestimmung der abflussrelevanten Fläche mit der jeweiligen Grundstücksfläche multipliziert:

Flächen & Flächentyp

Abflussfaktor

1.

Vollständig versiegelte Flächen:
Asphalt, Beton, Bitumen o. ä.

0,9

2.

Stark versiegelte Flächen:
Pflaster, Platten, Verbundsteine, Rasenfugenpflaster o. ä.

0,6

3.

Wenig versiegelte Flächen:
Kies, Schotter, Schotterrasen, Rasengittersteine, Porenpflaster o. ä.

0,3

4.1

Dachflächen:
Ziegeldach, Blechdach, Glasdach o. ä.

0,9

4.2

Dachflächen:
Gründach bis 12 cm Schichtstärke

0,6

4.3

Dachflächen:
Gründach über 12 cm Schichtstärke

0,3

Für versiegelte Flächen anderer Art gilt der Faktor derjenigen Versiegelungsart nach den Punkten 1-4, die der vorliegenden Versiegelung in Abhängigkeit vom Wasserdurchlässigkeitsgrad am nächsten kommt.

Grundstücksflächen, von denen Niederschlagswasser einer Versickerungsanlage (z. B. Sickermulde, Mulden-Rigolen-Systeme / Mulden-/ Schachtversickerung) zugeführt wird, bleiben im Rahmen der Gebührenbemessung unberücksichtigt.

Grundstücksflächen, von denen Niederschlagswasser einer Regenwassernutzungsanlage (Zisterne) ohne Anschluss (Überlauf) an die öffentlichen Abwasseranlagen zugeführt wird, bleiben im Rahmen der Gebührenbemessung unberücksichtigt.

Regenwasserzisternen mit Anschluss (Überlauf) an die öffentlichen Abwasseranlagen werden folgendermaßen berücksichtigt:

  • Bei Nutzung zur Gartenbewässerung, reduziert sich die angeschlossene abflussrelevante Fläche um 5 m² je m³ Zisternenvolumen.
  • Bei Nutzung zur Brauchwasserentnahme einschließlich Gartenbewässerung, reduziert sich die angeschlossene abflussrelevante Fläche um 15 m² je m³ Zisternenvolumen.
  • Eine Reduzierung erfolgt bis maximal 100 % der angeschlossenen abflussrelevanten Fläche. Das Mindestzisternenvolumen beträgt 2 m³.